Sängerreise in eine andere Welt


Der grosse gelbe Doppelstöcker von Postauto Graubünden war am Sonntagmorgen des 15. April 2018 praktisch auf den letzten Platz besetzt, als er mit der grossen Sängerschaft des Prättigauer Festtagschores auf Reisen ging. Ziel war die Zentralschweiz, genauer gesagt das Schweizer Paraplegikerzentrum im luzernischen Nottwil. Für die über 70 Chormitglieder aus dem Prättigau war es eine Reise in eine andere Welt. Nicht nur des Frühlings wegen, welcher der wintergewohnten Sängerschar auf ihrer Fahrt zunehmend entgegen wehte, sondern auch des eigentlichen Hauptzieles wegen: dem Besuch des grössten Paraplegikerzentrums der Schweiz. Beeindruckt vom riesigen Gebäudekomplex  an den Gestaden des Sempachersees, traf sich der Chor gleich nach der Ankunft in der lichten Halle des Begegnungszentrums zu einem Frühschoppenkonzert. Ein bunter besinnlicher und fröhlicher Liederstrauss drang durch die grosse Halle bis hin in die hintersten Ecken der Patientenzimmer und erfreute  viele sichtbare und unsichtbare Zuhörer. Für den Prättigauer Festtagschor ein unvergessliches Erlebnis in einer Welt, die auf einmal so anders war. Die kompetente Führung durch das weitläufige Heil- und Rehazentrum und schliesslich der eindrückliche Film über das Schicksal betroffener Menschen wurde zu einem unvergesslichen Erlebnis. Für viele unfassbar, wie schnell eine andere Welt Tatsache werden kann! Und ebenso beeindruckend, wie solch vom Schicksal  betroffene Menschen alsdann den Weg in ein für sie schliesslich „gewöhnliches Leben“ zurückfinden. Für die Chormitglieder wurde das Ziel ins frühlingshafte Suhretal darum zu mehr als zu einem blossen Vereins-Ausflug, er wurde zu einer Lebensreise in eine Welt, die einerseits betroffen macht, aber auch aufhorchen, staunen und hoffen lässt. Unter diesem Eindruck verliess die Prättigauer Singgemeinschaft abschliessend das Klinikareal mit einem klangvollen Schluss- und Segenslied vor der Kulisse des derzeit in grosser Erweiterung stehenden Gebäude-Komplexes und im Schatten des grossen gelben Postautos, das schliesslich alle wieder gesund und wohlbehalten in ihre gewohnte Heimat, in ihre eigene Welt zurück brachte. Für viele aber nach dem erlebnisreichen Tag auch mit der Erkenntnis, dass dies eigentlich alles andere als selbstverständlich war.

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